Geld wirkt – immer: Warum Finanzplanung auch eine Frage der Haltung ist
Ein Interview mit Thomas Streuer-de Haan, Mitglied von ökofinanz-21
Wir stellen regelmäßig Mitglieder unseres Netzwerks vor, als Experten und Expertinnen nachhaltiger Vermögensanlagen, als Menschen und Unternehmer:innen, die sich mit dem ältesten Finanzberatungsnetzwerk Deutschlands für ethisch verantwortliches Handeln engagieren.
ökofinanz-21: Kannst du dich einmal kurz vorstellen?
Thomas Streuer-de Haan: Mein Name ist Thomas Streuer-de Haan – Finanz- und Lebensplaner aus Überzeugung. Für mich steht der Mensch im Mittelpunkt, nicht nur sein Geld. Ich begleite meine Mandantinnen und Mandanten dabei, finanzielle Klarheit zu gewinnen und zugleich persönliche Erfüllung zu finden.
Was mich antreibt? Die Überzeugung, dass echte finanzielle Planung weit über Zahlen hinausgeht. Sie beginnt mit Zuhören. Mit dem Verstehen dessen, was wirklich zählt: persönliche Werte, Herzenswünsche und Lebensziele. Erst wenn ich diese Ebenen kenne, kann ich Beratung bieten, die nicht nur passt – sondern bewegt.
Mit Einfühlungsvermögen und Weitblick entwickle ich gemeinsam mit meinen Kunden Strategien, die nicht nur wirtschaftlich sinnvoll sind, sondern auch persönlich Sinn stiften. Denn Geld sollte kein Selbstzweck sein, sondern ein Werkzeug für ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben – im Einklang mit dem, was wirklich wichtig ist.
ökofinanz-21: Was ist deine Expertise in deinem Berufsfeld?
Thomas Streuer-de Haan: Ich bin ausgebildeter Bankkaufmann und habe mein Fachwissen durch bankbetriebswirtschaftliche Studiengänge zum Bankfachwirt und Bankbetriebswirt mit Schwerpunkt Portfoliomanagement vertieft. Darüber hinaus bin ich Certified Financial Planner (CFP®) sowie ausgebildeter Lebensplaner – eine Kombination, die wirtschaftliche Kompetenz mit tiefem Verständnis für persönliche Lebensziele verbindet.
Meine langjährige Berufserfahrung als Vermögensberater, Filialleiter und Analyst bei einer amerikanischen Großbank hat mir die gesamte Bandbreite der Finanzwelt eröffnet. Ich habe Finanzen von Grund auf gelernt – und dabei erkannt, dass echte Beratung mehr bedeutet als Renditeoptimierung.
Denn was zählt, ist nicht nur der finanzielle Ertrag, sondern der konkrete Mehrwert für meine Mandantinnen und Mandanten – für ihre Familien, ihr soziales Umfeld und die Welt, in der sie leben. Dieser Anspruch an eine ganzheitliche, nachhaltige Finanzberatung prägt mein Denken und Handeln.
Um Menschen noch besser zu verstehen und sie auf ihrem Weg individuell begleiten zu können, habe ich ergänzende Ausbildungen als zertifizierter Achtsamkeitstrainer, Meditations- und Yogalehrer absolviert. Diese Perspektiven ermöglichen es mir, innere Klarheit mit finanzieller Planung in Einklang zu bringen.
Meine Liebe zur Natur lebe ich zudem als Waldführer und Sternenguide im Nationalpark Eifel. Hier teile ich meine Begeisterung für das große Ganze – für das, was uns verbindet und tief berührt.
All das fließt in meine Arbeit ein: als Berater, der Finanzen, Menschen und Leben in Einklang bringt – mit Sinn, Weitblick und dem Ziel, dass nicht nur Zahlen wachsen, sondern das ganze Leben aufblüht.
ökofinanz-21: Wann und aus welchen Gründen bist du dem ö21-Netzwerk beigetreten?
Thomas Streuer-de Haan: Dem Netzwerk ökofinanz-21 bin ich seit über zehn Jahren mit Überzeugung verbunden. Was mich von Anfang an begeistert hat, ist der wertschätzende und inspirierende Austausch mit gleich gesinnten Kolleginnen und Kollegen – Finanzberaterinnen, Portfoliomanagerinnen, Vermögensverwalterinnen und Fachspezialistinnen, die wie ich ganzheitlich und nachhaltig denken und arbeiten.
Dieses Netzwerk ermöglicht mir nicht nur, mein Fachwissen kontinuierlich zu vertiefen und auf dem neuesten Stand zu halten, sondern auch, Synergien zu nutzen, innovative Ideen zu entwickeln und dadurch die Qualität meiner Beratung laufend zu verbessern.
In Zusammenarbeit mit Partnern aus dem Netzwerk gestalte ich Informationsveranstaltungen, Fachvorträge und besondere Events, die im Einklang mit meiner Philosophie stehen: dem Menschen und der Umwelt zu dienen – durch sinnstiftende Finanzberatung, die echten Mehrwert schafft.
Kurz gesagt: Ökofinanz-21 ist für mich mehr als ein Netzwerk – es ist eine Gemeinschaft, die die Zukunft des Finanzwesens verantwortungsvoll mitgestaltet.
ökofinanz-21: Was macht das Netzwerk von Ö21 für dich aus?
Thomas Streuer-de Haan: Für mich ist ökofinanz-21 weit mehr als ein berufliches Netzwerk – es ist eine gemeinschaftliche Plattform für Zukunftsgestaltung, getragen von Menschen, die Nachhaltigkeit nicht nur predigen, sondern leben.
Was ich besonders schätze, ist der direkte, persönliche Austausch: mit Kolleginnen und Kollegen aus der Beratungspraxis, mit den Portfoliomanagern eines börsennotierten nachhaltigen Investmentfonds, mit Produktentwicklern, Projektverantwortlichen und anderen engagierten Mitgestalter*innen der nachhaltigen Finanzwelt.
In diesen Gesprächen zeigt sich, wie echte Nachhaltigkeit konkret wirkt – wirtschaftlich tragfähig, ethisch fundiert und mit unternehmerischem Geist. Dieser Austausch inspiriert, fordert heraus, erweitert Horizonte – und stärkt zugleich den eigenen Qualitätsanspruch.
Wir lernen voneinander, entwickeln gemeinsame Projekte für unsere Mandant*innen, bringen Impact Investing weiter voran und gestalten eine Finanzberatung, die ökonomischen Erfolg mit sozialer Verantwortung und ökologischer Weitsicht verbindet.
Und ganz nebenbei entstehen dabei auch freundschaftliche Verbindungen, die auf gemeinsamen Werten beruhen. Das alles macht nicht nur fachlich Sinn – es bereichert menschlich.
ökofinanz-21: Welche Chancen siehst du für die nächsten Jahre für Ö21?
Thomas Streuer-de Haan: Gerade in einer Zeit zunehmender geopolitischer Spannungen, wirtschaftlicher Unsicherheiten und ökologischer Kipppunkte braucht es Netzwerke wie ökofinanz-21 mehr denn je – als Stimme für verantwortungsvolles Investieren, als Plattform für werteorientierte Finanzberatung und als Impulsgeber für echten Wandel.
Die kommenden Jahre bieten eine große Chance: Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit sind längst keine Nischenthemen mehr – sie werden zum Maßstab zukunftsfähiger Wirtschaft. Und Finanzströme spielen dabei eine zentrale Rolle. Denn Kapital hat eine Lenkungsfunktion: Wenn wir es bewusst einsetzen, kann es zum Hebel für positiven Wandel werden – hin zu mehr Wohlstand, Frieden und gesellschaftlichem Zusammenhalt.
ökofinanz-21 vereint Beraterinnen und Berater, die genau das erkennen und leben. Das Netzwerk kann in den nächsten Jahren noch sichtbarer werden – als Kompetenzzentrum für Impact Investing, als Orientierungshilfe für Suchende und als Kraftquelle für Überzeugungstäter.
Indem wir uns gegenseitig motivieren, stabilisieren und gemeinsam auftreten, stärken wir nicht nur unsere Position im Markt, sondern auch unsere Wirkung im Leben unserer Mandant*innen. So schaffen wir Vertrauen, echte Mehrwerte – und zeigen, dass nachhaltige Geldanlage nicht nur Rendite bringt, sondern Sinn stiftet.
ökofinanz-21: Welche Erfahrungen und welches Know-how bringst du in das Netzwerk mit ein?
Thomas Streuer-de Haan: Ich engagiere mich im Netzwerk ökofinanz-21 nicht nur als Mitglied, sondern auch als aktiver Gestalter. So habe ich beispielsweise die Initiative ergriffen, Arbeitsgruppen zu bilden, um den Austausch zu aktuellen Kapitalmarktthemen zu fördern und gleichzeitig an der Weiterentwicklung der Netzwerkstruktur mitzuarbeiten.
Meine Moderationskompetenz und meine Sprachgewandtheit, geschult durch frühere Rhetorik-Seminare, helfen mir dabei, Menschen zusammenzubringen, konstruktive Gespräche zu leiten und neue Impulse in Gang zu setzen. Ich habe Freude daran, Ideen zu initiieren, mutig Neues auszuprobieren und andere zu inspirieren, sich aktiv einzubringen.
Ein besonderes Anliegen ist es mir, dazu beizutragen, dass ökofinanz-21 sichtbarer wird – sowohl in der Region als auch bundesweit. Denn unsere Themen verdienen Aufmerksamkeit: nachhaltige Geldanlage, Verantwortung, Sinnstiftung.
Dafür gestalte und moderiere ich bei Bedarf auch größere Formate – etwa digitale Zoom-Meetings, interaktive Veranstaltungen oder themenspezifische Events, die das Thema „finanziell nachhaltiges Investieren“ einem breiteren Publikum zugänglich machen.
Kurz: Ich bringe nicht nur fachliches Know-how mit, sondern auch Gestaltungswillen, Kommunikationsstärke und Leidenschaft für unsere gemeinsame Sache.
ökofinanz-21: Welchen Aspekt der Nachhaltigkeit kann deiner Meinung nach jeder Mensch mit Vermögensanlagen beeinflussen?
Thomas Streuer-de Haan: Der wichtigste Schritt ist zunächst das Bewusstsein, dass Geld nicht neutral ist – sondern wirkt. Und dass nachhaltige Geldanlagen eine konkrete Möglichkeit bieten, mit dem eigenen Kapital positiven Einfluss zu nehmen.
Jede und jeder von uns kann sich fragen: Was ist mir wirklich wichtig? – Sind es ökologische Themen wie Klimaschutz und Biodiversität? Soziale Gerechtigkeit? Menschenrechte? Bildung? Gesundheit? Wenn ich meine persönlichen Werte kenne, kann ich auch bewusst danach handeln – auch in der Art, wie ich investiere.
Denn Geld ist ein starkes Werkzeug. Und als Investor oder Investorin kann ich gezielt Entscheidungen treffen, die nicht nur auf Rendite ausgerichtet sind, sondern auch auf Sinn, Wirkung und Zukunftsfähigkeit. Impact Investments bieten hier eine großartige Möglichkeit: Sie ermöglichen es, das eigene Geld im Einklang mit den eigenen Herzensanliegen wirken zu lassen – individuell, sinnstiftend und verantwortungsvoll.
Für mich ist genau das der entscheidende Aspekt: Jeder Mensch kann durch bewusste Vermögensanlage seinen Beitrag leisten – und dabei nicht nur Gutes tun, sondern auch innerlich stimmige Entscheidungen treffen. Entscheidungen, die Sinn machen. Und die Welt ein Stück besser.
ökofinanz-21: Warum meinst du, spielt Nachhaltigkeit bei Vermögensanlagen auf der politischen Ebene eine immer größere Rolle und wie beurteilst du die Entwicklung?
Thomas Streuer-de Haan: Die zunehmende politische Bedeutung von Nachhaltigkeit im Finanzbereich ist kein Zufall – sondern eine logische und notwendige Reaktion auf globale Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit, soziale Ungleichheit und die Verletzung von Menschenrechten.
Mit dem Green Deal hat die Europäische Union ein klares Signal gesetzt: Nachhaltigkeit soll zum Leitprinzip wirtschaftlichen Handelns werden – auch und gerade bei Investitionen. Diese Entwicklung zeigt, dass die Politik erkannt hat, wie zentral nachhaltige Kapitalströme für eine lebenswerte Zukunft sind.
Gleichzeitig wird deutlich: Der Weg ist noch lang. Zu oft scheitert konsequentes Handeln an kurzfristigem Denken, wirtschaftlichem Druck oder mangelndem politischen Mut. Nachhaltigkeit wird häufig noch als Kostenfaktor gesehen – statt als Investition in Resilienz, Stabilität und langfristigen Wohlstand.
Leider erleben wir auch, dass unter dem Einfluss von Lobbyinteressen nachhaltige Standards abgeschwächt oder verwässert werden – besonders dann, wenn sie bestehenden Geschäftsmodellen widersprechen. Hier braucht es mehr Rückgrat, mehr Transparenz und ein klares Bekenntnis zu ethischer Verantwortung.
Trotzdem bin ich überzeugt: Nachhaltige Vermögensanlagen werden eine Schlüsselrolle spielen – politisch wie gesellschaftlich. Gerade in einer demokratisch organisierten Gemeinschaft wie der EU ist es unsere Aufgabe, langfristig orientierte Wirtschaftspolitik zu gestalten und gesetzlich abzusichern – auch wenn autokratisch geführte Länder einen anderen Kurs fahren.
Denn wer heute klug investiert – im Sinne von Umwelt, Mensch und Gesellschaft – sichert nicht nur die Zukunft, sondern gestaltet sie aktiv mit. Politik und Finanzwelt müssen dafür gemeinsam Verantwortung übernehmen.
ökofinanz-21: Zu guter Letzt: Was motiviert dich ganz persönlich jeden Tag aufs Neue für deine Arbeit?
Thomas Streuer-de Haan: Ich habe das große Glück, in einer friedlichen, wohlhabenden und vergleichsweise intakten Umwelt leben zu dürfen. Dafür empfinde ich eine tiefe Dankbarkeit – und genau daraus schöpfe ich meine Motivation. Denn dieses Geschenk verpflichtet mich, etwas zurückzugeben.
Meine tägliche Arbeit verstehe ich als Dienst an Menschen und Gesellschaft. In der individuellen Beratung helfe ich meinen Mandantinnen und Mandanten, Klarheit, Sicherheit und finanzielle Lebensqualität zu gewinnen – auf Basis ihrer Werte, Bedürfnisse und Ziele. Gleichzeitig ermöglicht mir meine Tätigkeit, auch auf gesellschaftlicher Ebene etwas zu bewirken: durch Kapitalanlagen, die soziale, ökologische und ökonomische Mehrwerte schaffen.
Was mich dabei antreibt, ist ein inneres Feuer – der Wunsch, das, was ich in meinem Herzen fühle, weiterzugeben: Verantwortung, Freude, Sinn. Es erfüllt mich zutiefst, wenn ich sehe, dass Geld durch bewusste Entscheidungen zur positiven Kraft wird – für Familien, für Gemeinschaften, für die Welt von morgen.
Das ist meine Motivation: Dankbarkeit in Wirkung zu verwandeln. Und gemeinsam mit anderen daran zu arbeiten, dass aus Wohlstand auch Zukunft entsteht.
Vielen Dank für das Interview und den Einblick, Thomas!